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Hurrikane

Hurricane Rita

"Dieses Bild ist Public Domain - NOAA"

Der verheerende Hurrikan Katrina, der 2005 die Karibik und die Südstaaten der USA heimsuchte, rief die Zerstörungskraft tropischer Wirbelstürme wieder ins Gedächtnis. Sie entstehen im Atlantischen, Pazifischen und Indischen Ozean in der Tropenzone zwischen den beiden Wendekreisen. Je nach Entstehungsregion tragen sie einen anderen Namen: In der Karibik heißen sie Hurrikan, im Nordwestpazifik Taifun, im Indischen Ozean Zyklon, und in Nordaustralien werden sie manchmal Willy-Willy genannt.Tropische Wirbelstürme entstehen bei Meerestemperaturen von mindestens 26 °C, Feuchtigkeit und leichtem Wind. Die Wirbelsturmsaison dauert im Atlantik von Juni bis Ende November und im Pazifik von Mitte Mai bis Ende November. Etwa 80 tropische Wirbelstürme treten jährlich auf, davon 35 in Süd- oder Südostasien, 25 in der Karibik und den USA, der Rest im südlichen Indischen Ozean und im Pazifik. In einer normalen Saison entwickeln sich neun oder zehn dieser Stürme zum Orkan weiter und davon wiederum vier bis fünf zum schweren Orkan. Sie haben gewaltige Ausmaße mit einem Durchmesser von oft 200 bis 700 km und können von einigen Tagen bis zu einer Woche oder länger andauern.

Hurrikan Katrina

"Dieses Bild ist Public Domain - NOAA"

Entstehung des Hurrikans

Die dicke Wolkendecke, an der man den tropischen Wirbelsturm vom Weltraum aus erkennt, enthält große Mengen Wasserdampf und bringt extrem starken Regen mit sich. Im Sturmzentrum befindet sich das Auge, ein wolkenfreier, windarmer Bereich, der bis zu 50 km im Durchmesser erreichen kann. Hier sinkt die Luft ab und erwärmt sich, was Hochdruck, Windstille und ein Aufreißen der Wolkendecke bedeutet - eine kurze Pause, bevor der restliche Sturm seinen Lauf nimmt. Nähern sich die starken Winde dem Land, nimmt eine weitere todbringende Sturmkomponente Gestalt an: die Flutwelle. Durch den Druckabfall im Wirbelsturm wird die Meeresoberfläche angehoben, und die heftigen Winde treiben das Wasser in einer riesigen Welle vor sich her. Sie kann sich bis zu 6m über den normalen Meeresspiegel aufbäumen, nach Erreichen der Küstenlinie viele hundert Meter in das flache Landesinnere hineinfluten und großräumig Überschwemmungen verursachen.

Überschwemmungen durch Hurrikan Katrina

"Dieses Bild ist Public Domain - NOAA"

"Dieses Bild ist Public Domain - NOAA"

Messung des Hurrikans

Die Intensität eines Hurrikans misst man anhand von Windgeschwindigkeit, Luftdruck und Höhe der Flutwelle. Auf der fünfstufigen Saffir-Simpson-Skala ist 5 die schwerste Kategorie - diese Stürme haben die verheerendsten Folgen, wenn sie Land erreichen. Bei Kategorie 5 überschreiten die Windgeschwindigkeiten 249 km/h, und die Flutwelle erhebt sich mehr als 5,70m über den normalen Wasserspiegel. Der Atlantik wird von der amerikanischen Wetter- und Meereskundebehörde NOAA überwacht. Dabei wird alle verfügbare Technik herangezogen - Wettersatelliten, Wettererkundungsflugzeuge, Radargeräte und Sonden ebenso wie Wetterschiffe. Schließlich hängen Leben und Lebensunterhalt vieler davon ab, dass den Sturmwarnern nichts entgeht.

  maximale  Geschwindigkeit  Flutwelle  ...  Zerstörungskraft 
Typ  Knoten  km/h  Fuß  Meter   
Tropisches Tief  unter 34  unter 63 
Tropensturm  35 - 63  63 - 117 
Kategorie 1  64 - 82  118 - 153  3 - 5  1,00 - 1,70  gering 
Kategorie 2  83 - 95  154 - 177  6 - 8  1,80 - 2,60  mittel 
Kategorie 3  96 - 113  178 - 210  9 - 12  2,70 - 3,80  groß 
Kategorie 4  114 - 135  211 - 249  13 - 18  3,90 - 5,70  sehr groß 
Kategorie 5  über 135  über 249  über 18  über 5,70  katastrophal 

Aufspüren des Hurrikans

Hurricane Hunters

"Dieses Bild ist Public Domain - NOAA"

Auf den Ozeanen halten spezielle Hurrikanwarndienste nach jedem Anzeichen von Sturmbildung Ausschau. Sofort nach Dateneingang werden Vorhersagen erstellt und die Ergebnisse über verschiedene Medien an alle gefährdeten Gemeinden und Schiffe auf See herausgegeben. Bevorzugte Informationsquellen sind Radio und Fernsehen und in jüngster Zeit auch das Internet. Auch von Telefon- und SMS-Diensten wird Gebrauch gemacht, während die Schiffe auf See über Satellit per Fax- und Radiomeldungen benachrichtigt werden. In den Küstenorten mancher Länder warnen Sirenen vor einem herannahenden Hurrikan, woraufhin Evakuierungs- und andere Vorsorgemaßnahmen ausgelöst werden. In den USA bietet die Website des Hurrikanzentrums Hinweise und Informationen für alle potenziell gefährdeten Bereiche, von Vorsorgemaßnahmen wie dem Sichern des Hauses bis hin zum Evakuierungsablauf.

Hurricane Hunters im Auge von Hurricane Katrina

"Dieses Bild ist Public Domain - NOAA"

Hurrikannamen

Hurrikan Ike 2008

"Dieses Bild ist Public Domain - NOAA"

Jahrhundertelang wurden Hurrikane in der Karibik nach den katholischen Heiligen benannt, an deren Namenstag sie aufgetreten waren. Im späten 19. Jahrhundert benannte dann der australische Meteorologe Clement Wragge Wirbelstürme erstmals nach Freunden, Politikern, die er nicht ausstehen konnte, historische Persönlichkeiten und mythologische Figuren. Später benutze man Breiten- und Längenangaben, um die tropischen Wirbelstürme zu benennen, doch diese Verfahren erwies sich als ebenso langwierig wie fehlerträchtig. Deshalb kehren britische Militärmeteorologen im Zweiten Weltkrieg zum Namenssystem zurück und registrierten die Stürme unter Frauennamen. Um jede Verwechselungsgefahr auszuschalten, benannten die US Army und Navy die Hurrikane nach dem gemeinsam benutzten Funkalphabet, 1950 erhielt Abel als erster Hurrikan so seinen Namen. Mit der Einführung des Internationalen Buchstabieralphabets 1953 kehrte das amerikanische Hurrikanzentrum zu Frauennamenslisten zurück. Nachdem ihr Sexismus vorgeworfen worden war, ergänzte die für die Hurrikannamen verantwortliche Weltorganisation für Meteorologie im Jahr 1979 ihre Listen um Männernamen.

Quellenangabe

Der Text ist ein Auszug aus dem Buch "WETTER - Von der Klimageschichte zur Wetterprognose" von Julie Lloyd. Herausgegeben von Jane Benn und Duncan John. Copyright © für die deutsche Ausgabe:
Parragon Books Ltd.
Queen Street House
4 Queen Street
Bath BA1 1HE, UK

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