TORNADOS
Ein Tornado ist eine rasch rotierende Luftsäule und tritt meist mit Gewitter auf. Im Allgemeinen ist er klein - mit einem Durchmesser von einigen Metern, manchmal auch mehreren Hundert - und dauert von einigen Minuten bis zu einer Stunde, eventuell auch länger. Die Mechanismen, die diese Stürme entstehen lassen, sind noch längst nicht geklärt. Es wird aber vermutet, dass Tornados durch den Kontakt von trockener Kaltluft mit feuchtwarmer Luft entstehen, wie das z.B. an einer Kaltfront der Fall ist. Dort können sich mächtige Gewitter bilden und örtlich starke Aufwinde hervorbringen. Mit der Höhe ändert der Wind die Richtung, und die Aufwinde beginnen zu rotieren, weiten sich nach unten aus und führen zu der charakteristischen Trichterform. Bei günstigen Bedingungen gelangt der Trichter bis zum Boden und wird dann zum Tornado. Durch den niedrigen Druck in der Luftsäule kondensiert Wasserdampf und macht den Tornado sichtbar.
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TORNADO ALLEY
Am häufigsten wird der Mittlere Westen der USA von Tornados heimgesucht. Die Tornado Alley ist deshalb so anfällig, weil sie zwischen dem feuchtwarmen Golf von Mexiko und der trockenen Kaltluft der Rocky Mountains liegt und damit die Entstehung von gewaltigen, bis zu 18 km aufragenden Cumulonimbuswolken begünstigt. Manchmal ballen sich diese zusammen und bilden Superzellen, aus denen die gefährlichsten, von Gewittern und Hagelschauern begleiteten Tornados hervorgehen. Im April 1974 kam es unter solchen Bedingungen zur größten Tornadohäufung in der Geschichte der USA. In nur 18 Stunden zogen 148 Tornados durch 13 amerikanische Bundesstaaten, töteten dabei 330 Menschen und verletzten über 5300. Frühzeitige Tornadowarnungen haben verhindert, dass die Zahl der Opfer nicht noch höher lag. Der stärkste Einzeltornado in den USA zog im Mai 1999 über Oklahoma und Kansas hinweg. Die Windgeschwindigkeiten von 511 km/h zählen zu den höchsten jemals gemessenen und kosteten 46 Menschen das Leben. Der geschätzte Schaden betrug über eine Milliarde Dollar.
MESSUNGEN VON TORNADOS
In den USA ordnet man Tornados anhand der sechhstufigen Fujita- oder der F-Skala ein, die von 0 bis 5 reicht, während in Europa die von 0 bis 10 reichende Torro- oder T-Skala gebräulich ist. Bei beiden Skalen folgt die Klassifizierung der gemessenen Windgeschwindigkeit und Zerstörungskraft. Der zerstörerischste Tornado in den USA trat im März 1925 in der Tornado Alley auf, als ein F5-Tornado Missouri, Illinois und Indiana verwüstete und 695 Tote und 2027 Verletzte zurückließ. Daraufhin flossen Gelder in die Erforschung der meteorologischen Bedingungen für Tornadobildung. Bevorzugte Informationsquellen sind Radio und Fernsehen und in jüngster Zeit auch das Internet. In den USA bietet die Website des Hurrikanzentrums Hinweise und Informationen für alle potenziell gefährdeten Bereiche, von Vorsorgemaßnahmen wie dem Sichern des Hauses bis hin zum Evakuierungsablauf.
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Fujita-Skala
| Fujita-Skala Nummer | Intensität | Windgeschwindigkeiten |
| F0 | leicht | 62 bis 117 km/h |
| F1 | gemäßigt | 118 bis 180 km/h |
| F2 | stark | 181 bis 253 km/h |
| F3 | verwüstend | 254 bis 332 km/h |
| F4 | vernichtend | 333 bis 418 km/h |
| F5 | katastrophal | über 418 km/h |
Quellenangabe
Der Text ist ein Auszug aus dem Buch "WETTER - Von der Klimageschichte zur Wetterprognose" von Julie Lloyd. Herausgegeben von Jane Benn und Duncan John. Copyright © für die deutsche Ausgabe:
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4 Queen Street
Bath BA1 1HE, UK







